Menu:

Helft uns !

Initiative gegen digitale Spaltung

Schreiben an Herrn Aschenbach (SPD), Bürgermeister Gemeinde Dachwig

 

13. August 2008

DSL Ausbau in Dachwig

Sehr geehrter Herr Aschenbach,

hiermit möchte ich mich mit einem Anliegen an Sie wenden.

Wie Sie ja wissen, ist der Ausbau mit DSL durch die Deutsche Telekom AG in Dachwig noch im Gange. Laut Aussage des Support-Teams des Vorstandes Deutsche Telekom AG sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Danach wird DSL mit einer Bandbreite von durchschnittlich 1,5 Mbit/s ( DSL 2000 ) zur Verfügung stehen. Je nach örtlicher Gegebenheit kann für den Einzelnen auch etwas mehr drin sein. Die Bandbreite wird aufgrund der Realisierung Neuverlegung Kupferhauptkabel erreicht.

So schön der Ausbau für den Einzelnen zurzeit erscheinen mag, man ist schneller im Internet unterwegs, hat eine Flatrate und muss nicht mehr auf die Uhr schauen, so ist es doch für die Zukunft nicht ausreichend. Bereits jetzt sind Angebote, auch der Deutschen Telekom AG, mit dieser Bandbreite nicht nutzbar.

Ziel unserer Initiative war es gewesen, zumindest einen Ausbau mit 16 Mbit/s zu erreichen. Dies hätte nur durch die Verlegung von Glasfaserkabel und Aufstellung von sogenannten Outdoor-DSLAM´s erreicht werden können. In dem Schriftwechsel mit dem Vorstand der Telekom wurde dies im letzten Jahr als nicht wirtschaftlich abgelehnt.

Im April diesen Jahres hatte sich ein Herr Zimmermann, Key Account Manager Wohnungswirtschaft/ DSL Ausbau der Telekom, an mich gewandt. Hier ging es noch einmal um den DSL-Ausbau. Mittlerweile bietet die Telekom den Gemeinden so genannte Kooperationen an. Ich hatte gegenüber dem Herrn Zimmermann in meiner Antwortmail geäußert, dass ich die Anfrage von ihm nicht verstehe, da ja bereits der Ausbau mit Kupferkabel voll im Gange ist.

Der Stand der Dinge ist, dass die Telekom eine Prüfung eines weitergehenden Ausbaus vornehmen würde, insofern eine offizielle Anfrage der Gemeinde veranlasst wird. Wenn diese vorliegt, prüft man die Angelegenheit. Im Rahmen so genannter Kooperationen gibt es dann verschiedene Möglichkeiten:

Ø  Beteiligung der Kommune an den Ausbaukosten

Ø  Es muss eine Mindestanzahl von Interessenten, die bei der Telekom abschließen, vorliegen

Ø  Kostenloses Nutzungsrecht an vorhandenen Leerrohren

und noch andere.

Zu der ersten Variante gehe ich davon aus, dass die Gemeinde Dachwig hierfür keine finanziellen Mittel zur Verfügung hat. Diese Art von Beteiligung halte ich persönlich auch für bedenklich.

Ob überhaupt die Möglichkeit besteht, dass die Telekom bei uns „mehr“ ausbaut, bleibt abzuwarten.

Hiermit möchte ich Sie bzw. die Gemeinderatsmitglieder bitten, eine offizielle Anfrage zum Ausbau mit 16 Mbit/s bei der Deutschen Telekom AG zu stellen. Die Anfrage möchte bitte per Mail an Herrn Herrmann unter xxx@t-mobile.de gerichtet werden.

Um es noch einmal zu betonen, es geht nicht darum, dass die Gemeinde mit dieser Anfrage jetzt schon irgendwelche Verpflichtungen eingeht. Es geht hier lediglich erst einmal um die Prüfung, in wieweit ein Ausbau unter welchen Voraussetzungen machbar ist.

Vielleicht bestünde auch die Möglichkeit, mich auf eine der nächsten Gemeinderatssitzungen einzuladen, damit ich das ganze noch mal vorstellen kann.

Ich bitte um Rückinfo, ggf. auch telefonisch.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative DSL für Dachwig

 

07. August 2007

Schreiben an Herrn Aschenbach

Sehr geehrter Herr Aschenbach,

bereits im Februar dieses Jahres hatten wir über den DSL-Ausbau in Dachwig gesprochen. Von Ihnen erfuhren wir auch, dass ein neues Hauptkabel von Großfahner nach Dachwig verlegt wird. Wie ich Ihnen damals mitteilte, hatten wir eine Initiative DSL für Dachwig gegründet mit dem Ziel, möglichst viele Dachwiger Interessenten ausfindig zu machen, um dadurch unserer Forderung nach DSL gegenüber der Deutschen Telekom AG mehr Nachdruck zu verleihen. Letztendlich konnten wir über diverse Aktionen 157 Interessenten für DSL, wobei jeder Interessent genau einem Telefonanschluss entspricht, der T-Com übermitteln. Durch ein paar Nachmeldungen haben wir z.Zt. 161 registrierte Interessenten. Mit den ohnehin schon bei der T-Com registrierten Interessenten gehen wir von schätzungsweise 170 – 180 Interessenten aus. Dies ist eine Zahl, auf die die Initiatoren dieser Initiative besonders stolz sind.

Da wir über einen längeren Zeitraum keine Informationen der T-Com über den Erfolg unserer Aktion erhielten, habe ich mich in einem persönlichen Schreiben an Herrn Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG mit der Bitte um Hilfe gewandt. Von dort erfuhren wir, dass voraussichtlich im IV. Quartal 2007 das Kupferhauptkabel erneuert wird und nach Umschaltung der Anschlüsse für alle Kunden DSL mit einer Bandbreite von bis zu 1,5 Mbit zur Verfügung stehen wird.

Diese Nachricht haben wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen. Auf der einen Seite sind wir hocherfreut, endlich DSL zu bekommen. Auf der anderen Seite sind wir mehr als enttäuscht über die maximal mögliche Bandbreite von 1,5 Mbit. Dies bedeutet letztendlich, dass man im günstigsten Fall 1,5 Mbit ( DSL 1500 ) erhält. Im ungünstigsten Fall könnte dies für den Einzelnen bedeuten, dass nur ein DSL 384 möglich ist.

Mittlerweile gehört ein DSL 2000 bereits zum allgemeinen Standard. Hier wird also seitens der T-Com versucht, eine Bandbreite in Dachwig zu etablieren, die schon heute nicht mehr zum Standard gehört.

Ohne im einzelnen auf den technischen Hintergrund eingehen zu wollen, muss ich Ihnen ein paar Erklärungen zu DSL geben, damit Sie unser eigentliches Anliegen verstehen können. Die Verfügbarkeit von DSL im allgemeinen ist von der Entfernung des Ortes zur Vermittlungsstelle abhängig. Je weiter diese entfernt ist, desto geringer wird die verfügbare Bandbreite, bis ab einer gewissen Leitungslänge kein DSL mehr verfügbar ist. Da sich Dachwig relativ weit entfernt von der Vermittlungsstelle in Großfahner befindet, ist durch die physikalischen Eigenschaften des Materials Kupfer bedingt, dass wir nur DSL 1500 im günstigsten Fall bekommen, aber wie schon erwähnt, nur ein kleiner Kreis.

Wir sind aber der Meinung, wenn die T-Com einmal Geld in den Ausbau investiert, dann sollte gleich ein richtiger Ausbau stattfinden. Konkret bedeutet dies, dass man anstelle des Kupferhauptkabels auch ein Glasfaserkabel verwenden könnte. Auch Glasfaser ist DSL-tauglich. Allerdings müssen für Glasfaser so genannte Outdoor-DSLAM´s im Ort, ggf. da, wo bereits jetzt Verteiler der T-Com stehen, installiert werden. Diese bedeuten jedoch einen finanziellen Mehraufwand für die T-Com. Allerdings ist ein vergleichbares Glasfaserkabel im Gegensatz zu einem Kupferkabel „preiswerter“. Auch muss aufgrund der Vielzahl unserer Interessenten für den Kupferausbau  die Technik in der Vermittlungsstelle erweitert werden.

Aus diesem Grund hatte ich erneut den Vorstand Deutsche Telekom AG angeschrieben mit der Bitte um Prüfung, ob ein Glasfaserausbau möglich wäre. Dieses Ansinnen wurde als nicht wirtschaftlich für die T-Com abgelehnt.

Ich frage Sie Herr Aschenbach, müssen wir auf dem Lande immer benachteiligt werden? Sind wir immer außen vor, weil vieles für viele nicht wirtschaftlich ist. Gerade die Verfügbarkeit von DSL wird zukünftig verstärkt für die Gemeinden zur Standortfrage. Seien es Privatpersonen, die sich aufgrund fehlenden oder zu langsamen DSL in Dachwig nicht ansiedeln wollen. Darf ich Sie an die Büroflächen erinnern, die die Gemeinde schon seit geraumer Zeit vermieten möchte. Sie sehen, die Verfügbarkeit von DSL ist schon heute ein Kriterium.

Noch wollen wir jedoch nicht aufgeben. Wir haben noch immer die einmalige Chance, mehr zu erreichen. Berücksichtigen muss man bei unserer Situation auch, dass oftmals seitens der T-Com nicht ausgebaut wird, weil das Verlegen der entsprechenden Hauptkabel über ..zig Kilometer am teuersten ist. Hier haben wir den großen Vorteil, dass die T-Com ohnehin das Verlegen eines neuen Hauptkabel vornehmen wollte, diese Kosten somit nicht durch uns „verursacht“ werden und entsprechende Mittel bei der T-Com hierfür schon eingeplant sind.

Letztendlich geht es darum, wer sich an den Kosten für die Outdoor-DSLAM´s beteiligt. Hierzu hatte ich bereits am 09.07.2007 Herrn Ministerpräsidenten Althaus sowie den Landrat des Landkreises Gotha Herrn Gießmann angeschrieben und um finanzielle Unterstützung gebeten. Leider liegt mir bis zum heutigen Tag keine Antwort vor. Auch habe ich vor ca. einer Woche Herrn Dr. Pidde, den medienpolitischen Sprecher der SPD im Thüringer Landtag angeschrieben.

Unser Anliegen an Sie und die Gemeinde Dachwig wäre, zu prüfen, ob von Ihrer Seite eine finanzielle Unterstützung der T-Com möglich wäre. In Zeiten knapper Mittel ist es sicherlich nicht einfach, wir geben aber zu bedenken, dass ein erneuter Ausbau, sofern es bei den bisherigen Planungen der T-Com verbleibt, in den nächsten 15 – 20 Jahren nicht erfolgen wird.

Über welchen Betrag wir hier reden, ist uns leider zur Zeit nicht bekannt. Eine diesbezügliche Anfrage an den Vorstand Deutsche Telekom AG ist dort zur Zeit in Bearbeitung. Wir gehen jedoch von einem unteren bis höchstens mittleren fünfstelligen Betrag aus.

Sofern seitens der Gemeinde Dachwig keine finanzielle Unterstützung möglich ist, bitten wir Sie, sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bei den zuständigen Stellen für unser Anliegen stark zu machen. Vielleicht könnten Sie auch Kontakt zu dem zuständigen Baubezirk der T-Com aufnehmen, um ggf. nähere Informationen zu erhalten. Letztendlich geht es um uns alle „Dachscher“.

Über eine schriftliche Antwort würden wir uns freuen. Vorgesehen ist, Ihre Antwort auf den Internetseiten unserer Initiative www.dsl-fuer-dachwig.de zu veröffentlichen. Sollten Sie hiermit nicht einverstanden sein, so bitte ich um einen kurzen Hinweis. In der Anlage zu diesem Schreiben sende ich Ihnen den bisher mit dem Vorstand der Deutschen Telekom AG geführten Schriftwechsel sowie mein Schreiben an die Herren Althaus und Gießmann sowie ein Antwortschreiben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative DSL für Dachwig